Samstag, 11. Mai 2013

Nachdem in USA ein Richtiger Boom abläuft was die Förderung von "unkonvetionellem Gas" aus Schiefergestein anbelangt, will man in Deutschland natürlich nicht ganz hinten dran bleiben. Die neue Technologie des Fracking und die Horizontalbohrtechnik verspricht auch für die Schieferlagerstätten in Deutschland die Möglichkeit eine neue Energiequelle zu erschließen und von Erdgasimporten für eine gewisse Zeit unabhängig zu werden. Ausserdem kommen diese Techniken zum Ausstieg aus der Kernenergie gerade Recht. Die Frage ist nur: tauscht man nicht Pest gegen Cholera? Die Chemie der Fracking-Fluids und die geologischen Schäden werfen einige Fragen auf. Nun kommt noch die Botschaft aus USA, dass sowohl das zurückgepumpte Wasser, wie auch das geförderte Gas radioaktiv sind. Wo das wohl herkommt? Ganz verwunderlich ist das aber nicht.

In diesem Bericht zum Thema Radioaktivität und Fracking steht warum.

http://www.opengeiger.de/RadioaktivitaetFracking.pdf

Samstag, 27. April 2013

Initiative zur Reduktion von Uran in Düngemitteln


167 Tonnen Uran werden Jahr für Jahr mit dem Dünger auf die Felder gekippt, so schätzt das Umweltbundesamt. Hintergrund ist, dass vor allem die Rohphosphate aus den Schwellenländern Afrikas viel natürliches Uran enthalten. Da sie aber billiger sind als uranarme Phosphaterze aus Russland beispielsweise, werden sie von den Düngemittelherstellern bevorzugt. Die Bundesregierung tut sich schwer damit, vermutlich gibt es auch eine gute Lobby. Aber nachhaltig kann man so eine Landwirtschaft wirklich nicht nennen, Frau Aigner. Denn das Uran akkumuliert sich im Boden Jahr für Jahr und irgendwann ist der Boden so kontaminiert, dass er nicht mehr nutzbar und das Grundwasser ungenießbar ist. Aber unsere Enkel haben ja erst das Nachsehen, daher kann man sich mit einem Grenzwert fürs Uran ja noch etwas Zeit lassen. Also weitermachen. Oder doch nicht?

Die gute Nachricht aber ist, jeder kann sein Düngemittel selbst testen und entscheiden ob er nicht doch ein uranärmeres nimmt. Das gilt natürlich auch für die Hobbygärtner. Einen Geigerzähler braucht man dazu auch nicht, man kann sich einfach an das halten was das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt: Radon-Messdosen, die auch für einfache Messungen in Wohnräumen genutzt werden.

Mehr dazu unter:
http://www.opengeiger.de/DuengerRadonTest.pdf

Freitag, 5. April 2013

Thema: Geiger-Caching


In jeder gute Firma übt die Gebäuderäuming im Brandfall wenigstens einmal im Jahr mit allen Beschäftigten, selbst wenn es noch nie einen Brandfall gab. Aber ein Brand ist deswegen ein beachtliches Risiko, weil der Schaden hoch sein kann, wenn auch die Wahrscheinlichkeit gering ist. Risiken dieser Art  gibt es viele, die Kontamination der Umwelt mit radioaktiven Substanzen ist eines davon. Für den Schaden, den die Bevölkerung in dem Fall nähme, ist sehr entscheidend, wie schnell man Kontaminationen erkennen und bewerten kann. Die Frage ist nur, wer übt denn für diesen Fall? Wo kann man überhaupt üben? Wie kann man ermitteln, ob sich Menschen an einem Ort nach einem Nuklear-Unfall oder einer nuklearen Katastrophe noch aufhalten können? Wie funktioniert ein Strahlungsmessgerät, das man in diesem Notfall nutzen könnte? Wie viele Leute wissen  das schon?

Hinter dem, was zunächst wie ein Spaß aussieht, steckt bitterer Ernst: Das Aufspüren von existierender Radioaktivität in der Praxis. Oft sind es historische Plätze an denen füher mit radioaktivem Material umgegeangen wurde und die von ehemaligen Betreibern einfach so zurückgelassen wurden („sog. Lost Places“). An diesen Plätzen kann man üben. Die Rückstände der historischen Hinterlassenschaften lassen sich nämlich kaum vollständig aus der Natur entfernen, selbst mit viel Sanierungsaufwand nicht. Manchmal sind es auch natürliche Vorkommen von Radionukliden, die vor geraumer Zeit entdeckt wurden. Oft liegt in der Zwischenzeit ein Mantel des Schweigens und des Vergessens darüber. Das gibt der Sache natürlich  auch einen gewissen „Thrill“. Dennoch wäre es neben dem Üben auch wichtig, die Mitmenschen auf die Gefahren solcher vergessenen Stellen aufmerksam zu machen und daran zu erinnern, dass dort eine unsichtbare Gefahr lauert.

Nun gibt es ja bereits ein High Tech Spiel, das „Geocaching“, bei dem man mit viel Elektronik in der Natur verborgene Schätze sucht. In Anlehnung daran kann man nun ein „Geiger-Caching“ definieren, eine Art Schatzsuche mit dem Geigerzähler. Allerdings wäre ein Hintergedanke dabei, der etwas mit dem Zivilschutz zu tun hätte. Aber die Sache ist mindestens so spanned, wie dieses etwas in die Jahre gekommene Spiel mit einem GPS-Gerät, ...


Mehr dazu unter:

Auch der Marktplatz von Stuttgart strahlt merklich ...


Stuttgart hat an Sehenswürdigkeiten ja einiges zu bieten. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Programm „Stuttgart-Unterirdisch“, bei dem der interessierte Stadtbürger oder Tourist in alte Bunkeranlagen, den Hauptabwasserkanal, die Katakomben unter dem Pragfriedhof oder in tiefe Weinkeller geführt wird. Das hat etwas Geheimnisvolles, da man diese Örtlichkeiten im Alltag nicht erkennen kann. Nicht minder geheimnisvoll wäre ein Stadtrundgang „Stuttgart-Radioaktiv“. Dass die Königstrasse ein wenig strahlt könnte der Bürger im Herbst 2012 in der Zeitung lesen, jetzt kommt noch der Marktplatz direkt vor dem Amtssitz des grünen Stuttgarter Bürgermeisters Fritz Kuhn dazu. Der dunkel erscheinende Innenbereich des Marktplatzes ist mit stahlenden Schlackensteinen gepflastert, die einen Geigerzähler fast noch besser ticken lassen als der Flossenbürger Granit auf der Königstrasse. Sehen kann man das im Alltag nicht. Während so einem Rundgang mit dem Geigerzähler könnte der interessierte Bürger oder Tourist also einigers über NORM-Rückstände („Naturally Occurring Radioactive Materials") historische radioaktive Baustoffe und die Richtwerte der EU erfahren und erleben. Der Tour Guide könnte erklären, warum man diese Materialien im eigenen Wohnraum besser nicht verwenden sollte. Nach dem Besuch der Königstrasse und des Marktplatzes könnte man auf dem Karlsplatz demonstrieren, dass es auch dekorative Granite gibt, die strahlungsarm sind, weil sie weniger Uran enthalten als der Flossenbürger Granit oder Mansfelder Kupferschlacke und auf der Wiese vor dem Eckensee schließlich könnte man die wahre Nullrate der Landeshauptsstadt ermitteln auch wenn das Leben dort noch so sehr pulsiert. Stuttgart hat also einen radioaktiven Fingerabdruck, der sich sicher von dem der Stadt München oder Berlin unterscheidet. Wäre das nicht mal etwas für eine Rateshow im Fersehen?

Siehe auch:

Dienstag, 5. März 2013

Thema: Uranhaltige Düngemittel


Als der NDR vor zwei Jahren in seiner Sendung zeigte, wie viel Uran in Gartendüngern enthalten ist, gab es einen Aufschrei in der Öffentlichkeit mit der Folge, dass einige Ämter plötzlich emsig begannen ebenfalls etliche Düngemittel zu vermessen. Allerdings ist das Thema schon lange bekannt und die Landwirte kippen diesen phosphathaltigen Dünger in allen Ländern der Erde in Tonnen auf die Felder. Was auch schon bekannt war, ist die Tatsache, dass das Trinkwasser in solchen Gebieten wo stark mit Phosphatdüngern gedüngt wird, zunehmend mit Uran kontaminiert ist, weil das Rohphosphat aus dem der Dünger hergestellt wird, uranhaltig ist. Das Thema der selbst angebauten Schrebergartentomaten waren also wirklich nötig, damit das Ganze überhaupt beachtet wurde. Wahrscheinlich war hier der Stolz des Hobbygärtners über die urgesunden Eigenprodukte so getroffen, dass auch genügend Energie in der Gesellschaft frei wurde, um der Sache nachzugehen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass das BfS und BfR bereits 2007 schon Entwarnung geblasen hatten, was den radioaktiven Dünger anbelangte. Ein besonderes Problem sahen diese Bundesbehörden nämlich nicht, da der Transfer in die Nutzpflanzen zu gering sei. Anders aber sah es die Tabakindustrie. Die machte sich nämlich plötzlich mächtig Sorgen und untersuchte den Transfer in die Pflanzen weiter. Es war schon länger klar, dass die Tabakpflanze eine besondere Anatomie hat und besonders gut die Zerfallsprodukte des Uran in den Blättern einlagert. Mit der Folge, dass der Kunde vor allem das Polonium-210 im Rauch einatmet, das dann in der Lunge deponiert wird und dort so vor sich hinstrahlt. Nachdem nun die Tabakbauern entdeckt hatten, dass die Tabakernte besonders gut ausfällt, wenn man gut düngt, merkten die von der Tabakindustrie beauftragen Labors, dass auch das Polonium-210 im Tabakrauch enorm zunahm. Nur erkannte man die Brisanz des Problems gleich und versuchte die Erkenntnisse geheim zu halten um die Kunden (Werbung: „Ich rauche gern“) bei Laune zu halten. In der Zwischenzeit ist diese Forschung der Tabakindustrie aber auch im Internet angekommen. Nur hat sich die EU noch nicht dazu entschlossen den Aufdruck „Der Rauch dieser Zigarette ist radioaktiv“ als Warnung aufdrucken zu lassen. Warum auch, denn der gedüngte Roggen ist es ja auch. In den Uran-Bergbaugebieten der ehemaligen DDR versuchen die Forscher sogar mit Roggen den kontaminierten Boden zu sanieren, denn die Roggen-Pflanze scheint das Uran auch gut aufzunehmen. Phyto-Sanierung nennt man das neuerdings. Den Roggen müsste man danach als radioaktiven Sondermüll entsorgen, sonst wäre ja wieder nichts gewonnen. Aber man fragt sich natürlich, warum dürfen die Düngemittelhersteller dann ganz ohne Kennzeichnungspflicht und Grenzwerte das Uran im Phosphat belassen und das radioaktive Zeug mit satten Profiten an die ahnungslosen Landwirte verkaufen? Man kann wirklich dem kalten Krieg in diesem Fall nur nachtrauern. Denn damals hatten die Amerikaner und einige andere uranhungrige Staaten ihr Waffen-Uran sogar aus Rohphosphaten gewonnen, obwohl der Gehalt gemessen an anderen Vorkommen eher gering ist. Also Anlagen und Verfahren zur Uranabscheidung hätte man daher schon. Nun ja, vielleicht steigt der Uran Preis auch wieder, spätestens wenn dann China mal ordentlich Energie aus Kernkraft erzeugt oder vielleicht sogar atomar aufrüstet. Die Militärs sollten also ein Auge auf der Radioaktivität von chinesischem Rohphosphat behalten. Das könnte einiges über die militärischen Pläne verraten. Der Dünger wäre dann womöglich wieder deutlich uranärmer und damit auch das Getreide. Aber ob das ein Vorteil ist? Eher nicht, denn es ist auch schon mal ein B52 Bomber in dem kleinen Örtchen Palomares in Spanien vom Himmel gefallen, der Atomwaffen an Bord hatte und chinesische Bomber sind sicher nicht zuverlässiger. In zwei der Bomben detonierte der konventionelle Sprengstoff und verstreute das radioaktive Material auf den Feldern. Daher ist es vielleicht doch einfacher, und für die Bevölkerung ungefährlicher, wenn die Bauern das Uran aus dem Phosphat gleich mit dem Traktor in Form von Dünger auf dem Acker verteilen. Denn was passiert wäre, wenn nicht nur der konventionelle Sprengstoff explodiert wäre, das will heut besser keiner mehr wissen. Na und was den Tabak anbelangt, kann man ja einfach sagen: "Sterben muss man sowieso, doch schneller geht’s mit Marlboro". Der radioaktive Dünger bremst also die Überalterung der Gesellschaft über die Tabaksucht, und die Krankenkassen haben eh zuviel Geld, wie man den Medien entnehmen kann, können die Pflege der daran Erkrankten daher gut finanzieren. Also, wozu die ganze Aufregung? Oder ist die Überlegung vielleicht doch nicht so ganz richtig?

Aber immerhin ist der Aufwand, das Uran im Dünger nachzuweisen doch nicht so sehr hoch, wenn man mal verstanden hat, dass der Dünger im Laufe des Uran-Zerfalls auch kräftig das radioaktive Edelgas Radon ausgasen läßt. Dann muss man sich eben nur ein paar Tage Zeit geben und schon weiß man welches ein uranarmer und welches ein uranhaltiger Dünger ist. Und dann kann man sich entscheiden ob man mit ein paar gut gedüngten Tomaten für den nächsten GAU trainieren will oder lieber das Weichei spielt, das jedem zusätzlichen Strahlungsquant aus dem Schrebergarten am besten aus dem Weg geht, so nach der Devise, mit dem Trinkwasser bekommt man ja eh schon genug.


Mehr dazu: http://www.opengeiger.de Stichwort Radon

Dienstag, 22. Januar 2013

www.opengeiger.de

Auf diesem Blog können die verschiedenen Themen der Webseite kommentiert werden.


Bitte nur ernsthafte Kommentare. Anstößiges und Unsinn wird gelöscht!

Siehe auch die anderen Themen unter "ältere Posts"

Link zur Webseite:
http://www.opengeiger.de

Thema: Verschiedenes am Rande

Radioaktivität ist ein spannendes Thema, solange es sich um natürliche Quellen handelt. Auch das Aufspüren von Quellen technischer Radioaktivität kann recht spannend sein, sofern sich die Strahlung in ungefährlichen Grenzen hält.

Wer noch Themen kennt oder Quellen weiß, die interessant und einigermaßen ausichtsreich sind um sie auch bearbeitet zu können, kann das hier posten. Genauso natürlich auch einfach nur allgemeine Kommentare.

http://www.opengeiger.de/

Thema: Radioaktivität der Stuttgarter Königstrasse

Die Untersuchungen für ein Jugend-Forscht Projekt an Graniten haben für ziemlich viel Wirbel in der Schwabenmetropole gesorgt. Messungen am Granitbelag der Stuttgarter Königstraße haben ergeben, dass der verwendete Granit doch eine ungewöhnlich hohe natürliche Strahlung abgibt im Vergleich zum Asphalt bzw. anderen Graniten. Anhand von Radon-Exhalationsmessungen kann man sehr deutlich zeigen, dass der Uran-Gehalt in diesem Granit sehr hoch ist. Das ist aber nichts Neues, das hat schon die Uni-Heidelberg herausgefunden und veröffentlicht.

Nun hat die Stadt die Radioaktivität des Granitbelags vom LUBW nachmessen lassen. Mit einem sehr ähnlichen Ergebnis. Jedoch sieht die Bewertung so aus, dass die Strahlung deswegen ungefährlich ist, da man ihr selbst als Angestellter in einem der Läden auf der Königstrasse nur maximal 200Tage im Jahr und nur 8 Stunden am Tag ausgesetzt ist. Dann liegt man deutlich unterm derzeit gültigen Grenzwert. Umkehrschluß: Bewohnbar (365 Tage, 24 Stunden) wäre die Königstraße nun nicht mehr. Der Vorteil für die Hobbyisten, der Prüfstrahler bleibt erhalten und ist nun sogar amtlich geeicht. Wer also schon immer mal die Empfindlichkeit seines Messgeräts testen wollte, der hat es in Stuttgart nun einfach: Ein Vergleich zwischen mit dem Asphalt der benachbarten Kronprinzstraße zeigt schnell, ob das Gerät gut funktioniert.

Nach Paracelsus Theorien könnte das Ganze sogar gesund sein, schließlich gehen ja manche Leute gegen viel Geld in den Radonstollen oder in ein Radonbad um sich dort niedriger, wohldosierter Radioaktivität auszusetzen und um damit auf Heilung zu hoffen, wie es so mancher Mediziner verspricht. So gesehen ist die Stuttgarter Prachtstraße und Haupteinkaufsmeile nun vielleicht ein attraktiver Ort für Obdachlose, die ihre Artritis kostenlos und ohne ärztliche Verordnung therapieren wollen. Wie wohl die Behörden darauf reagieren würden?

Auch das Stadtreinigungsamt könnte einen Vorteil haben: Der Schnee auf der Königstraße bleibt vielleicht nicht so schnell liegen wie in anderen Städten - wegen der Zerfallswärme ;-) . Ein echter Schwabenstreich also?

http://www.opengeiger.de/Koenigstrasse.html

Thema: Radon-Exhalations-Messungen an Granit

Bio- und Naturprodukte sind gerade ziemlich "en Vogue". Und die Verbraucher geben gern nen Euro mehr dafür aus. Auch Natursteine sind "trendy". Aber Uran ist doch auch ein Naturstein, oder? Lediglich die Assoziation  mit der Kernkraft verhindert wohl einen wirklichen Boom. Aber wie ist das mit edlem Granit? Ganz offensichtlich können Granite, die als sehr dekorative und beständige Natursteine verkauft werden, doch einen beachtlichen Urangehalt haben. Allerdings verrät das Radon diese Sache. Denn dieses Gas bleibt nicht im Stein. Man tut also doch ganz gut daran, beim Baustoff- oder Natursteinhändler mal vorher nachzufragen, schließlich gibt es immerhin eine EU Richtlinie, die das regeln soll. Oder man mißt mal besser nach bevor man viel Geld für den Granitboden ausgibt...

http://www.opengeiger.de/RadonGranit/RadonGranit.html

Thema: Radon allgemein

Schon mal was von Radon gehört? Klar, lernt man doch in der Schule - oder etwa nicht? Dieses radioaktive Gas findet sich fast überall und trägt laut Bundesamt für Strahlenschutz deutlich mehr zur Strahlenbelastung der Bevölkerung bei, als die Kernkraftwerke (sofern diese störungsfrei funktionieren).  Nun gibt es Gebiete, da gibt es wohl deutlich mehr von diesem gefährlichen Gas in der Bodenluft als anderswo. Wenn man da ungeschickt drauf baut, dann hat man es im Schlafzimmer. Man sollte also besser danach fragen, vor man eine Immobilie oder einen Bauplatz kauft. Es gibt massnhaft Infomaterial im Internet und auf den Webservern der Ämter. Aber gesucht wird es dort wohl nicht, denn viele Leute wissen wirklich nicht, was Radon ist und dass es ein Problem werden kann. Liegt es also an der fehlenden aktiven Aufklärung der Regierungen und Behörden? Immerhin sind es doch etwa 3000 Menschen, bei denen man davon ausgeht, dass Radon die Ursache für eine Lungenkrebserkrankung ist. Gut solange es noch 40000 Menschen jährlich gibt, die durch Tabakgenuß ebenfalls an Lungenkrebs erkranken ...

Und manche dieser Gebiete haben ja ordentlich Einnahmen durch Tourismaus, da käm so eine Kampagne auch nicht so gut an. Und die Hausbesitzer? Die wollen es lieber nicht wissen, denn sonst könnte das Haus schlagartig weniger Wert werden... Wer also im Schwarzwald, Fichtelgebirge, Erzgebirge, Oberpfälzer Wald usw. wohnt oder wohnen möchte, der hätte Grund sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Karten mit den Radon-Risikogebieten gibts im Internet. Und schließlich ist eine Abhilfe gegen das Problem in vielen Fällen gar nicht so aussichtslos. Kann man also in Bad Schlema oder in Schneeberg ein Immobilienschnäppchen finden?

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Thema: Radon Messen mit dem Stuttgarter Geigerle

Wer an Geigerzähler denkt, denkt an Hochspannung  und die Entdeckung der Radioaktivität zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Kernforschung heute wird dagegen mit superteurem und komplizierten Equipment gemacht. Können wir da noch mit einfachem billigen Bastelmaterial solche anspruchsvollen Aufgaben wie eine Radonmessung angehen? Der Grenzwert, den die WHO vorschlägt sind 200 Atome in einem Kubikmeter Luft. Können wir mit einem selbstgebauten Gerät wirklich einzelne Atome in einem Kubikmeter Luft zählen? Yes, we  can. Eine kleine "Solarzelle" tuts. Oder besser gesagt eine Photodiode, deren Gehäuse man öffnen muss, so dass die beim Zerfall freiwerdende Alphastrahlung auch hinkommt. Denn nicht nur Sonnenstrahlung erzeugt Strom in einem Silizium-Halbleiter. Den Verstärker den man noch braucht bis man die Atome zählen kann, den kann man auch als Schüler löten - wenn man es gezeigt bekommt. Aber dazu ist die Webseite ja da. Statt der Hochspannung genügen dann auch eine 9V Batterie als Stomversorgung. Und so weit ist man dann von hochmodernem Equipment mit Reinst-Germanium Detektoren auch nicht weg, höchstens im Preis. Denn die Kosten für einen solchen Eigenbau der liegt eher im zweistelligen Bereich.
 
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Thema: Radioaktivität allgemein

Die Radioaktivität war ursprünglich mal etwas ganz Natürliches. Die Natur ist damit gross geworden und hatte sich daran angepasst. Die Tatsache, dass wir heute noch ganz ungeniert Bananen essen können zeigt das. Denn Bananen enthalten Kalium und natürliches Kalium ist immer ein Gemisch aus dem stabilen Kalium und dem radioaktiven Kaliumisotop K-40. Da Kalium in vielen anderen Nahrungsmitteln vorkommt, strahlt auch jeder Mensch und viele Tiere auf ganz natürliche Weise. Jeder Kalium-40 Zerfall kann aber die DNS schädigen, das ist in der Zwischenzeit hinreichend bekannt. Solange das aber mit einer natürlichen Rate passiert, kommt das Immunsystem mit der Reparatur ganz gut nach, dafür hat die Evolution gesorgt.

Nur hat dann der Mensch versucht selbst an der Kernstrahlung Hand anzulegen. Den radioktiven Zerfall, für den sich die Natur im Innern der Erde Milliarden Jahre Zeit lässt, erzeugt der Mensch nun in wenigen Jahren als Folge davon, dass er Atome spaltet. Rein physikalisch gesehen sicher spannend - nur dass dabei die Gefährlichkeit wie das Verhältnis der Zerfallszeiten zunimmt, das wird oft unterschlagen auch wenn es Milliarden sind. Da gibt es zum Beispiel Fernsehsendungen, wo ein Forscher dem Herrn Günther Jauch einen Geigerzähler an die Brust hält, der dann deutlich zu Ticken beginnt, als Beweis dafür, dass Radioaktivität was ganz Ungefährliches wäre. Nur dass eben der Herr Jauch etwas Kalium im Blut hat und kein Plutonium. 

Nun sind die Forscher sogar dabei, unsere gute alte Sonne nachzubauen, das ist ja unser wertvollstes Atomkraftwerk ohne das es kein Leben auf der Erde gäbe. Nur ist das, was unsere Forscher da bauen, nicht ganz so weit weg. Das Verhältnis der Abstände sind hier auch hunderte Millionen von Kilometer. Das heisst aber, einen Fehler kann man sich da noch weniger leisten, sonst hat man buchstäblich die Sonne auf Erden, mit allen Konsequenzen. Bei einem Sonnenbrand wird es dann nicht mehr bleiben. Ob das also besser ist als der Cäsium-Fallout bei der konventionellen Technik, wer weiß? Aber man könnte wohl die Technik besser verkaufen, denn die Sonne hat einen deutlich besseren Ruf als das Uran und Plutonium. Und auf ein gutes Marketing kommt es ja immer an, wenn man gute Geschäfte machen möchte ...

Also alles in Allem, es schadet nicht, wenn man die Zusammenhänge einigermaßen versteht und auch ein wenig fachlich mitreden kann und merkt wenn man einen Bären aufgebunden bekommt.  Das lernt man am besten wenn man sich mit dem Thema in Realität beschäftigt und dafür gibts die Natur und die Bananen - meistens ganz ungefährlich, wenn man dabei etwas besonnen vorgeht. Man braucht also nicht nach Fukushima und Tschernobyl reisen um die Radioaktivität zu "begreifen". Ein Stückchen Granit gibt es auch bei uns.
   
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Thema: Andere Bauanleitungen

Man tut immer gut daran auch mal zu schauen was andere tun. Richtig gut wird ein Produkt erst wenn die Synergien vieler Beiträger zusammenkommen. Von daher gesehen haben die Chinesen villeicht doch Recht, wenn sie sagen, dass das Kopieren doch eine Ehre für den Urheber ist, zumindest dann, wenn das Kopierte gleichzeitig nochmal verbessert wird. Ein allzu krasser Urheber- und Patentschutz könnte also auch verhindern, dass gute Ideen noch weiterentwickelt werden. Auch das Apple iPhone 5 könnte man noch besser machen...

Deswegen soll die Webseite auch darauf aufmerksam machen, dass es andere Lösungen gibt (ohne geltendes Recht zu verletzen). Wer also noch interessante Lösungen kennt, wie man Radioaktivität messen kann, kann das hier kommentieren.

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Thema: PIN-Dioden Zähler und Elektronik-Grundlagen

Klar, wer weiß schon, wie sein Händy funktioniert. Spass haben kann man auch so dran. Allerdings riskiert man, dass man schnell zum dummen User wird und das Gerät oder solche, die Viren und Ähnliches programmiern mit einem machen, was sie wollen. Und ob man davor wirklich immer noch geschützt wird ist doch eher fraglich. Daher ist das Verständnis einer Technik immer noch die beste Verteidigung.

Den Geigerzähler bekommt man noch an höheren Schulen erklärt oder man kann dazu Lehrbücher wälzen. Wie dagegen ein PIN-Dioden Zähler funktionieren kann, da hat auch Tante Google nicht mehr allzu viel dazu zu sagen, auch wenn es diverse Bauanleitungen gibt. Aber vielleicht braucht jeder Berufsstand auch ab und zu etwas Black Magic. Trotzdem ist dieses Kapitel der Webseite ein Versuch, über die Theorie zu reden, ohne dabei der schwarzen Magie den Platz steitig machen zu wollen.

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Thema: Stuttgarter Geigerle


Man sieht es dem Sensor für die Fernbedienung am Fernsehgerät nicht so direkt an, aber er würde auch auf radioaktive Strahlung reagieren. Nur ob es zum Programmwechsel reicht, wenn man ein Stück Pechblende davor hält, das ist eher fraglich. Aber eine Solaranlage auf dem Dach macht es ja vor, wie man durch Einsammeln von niedrigenegetischen Strahlungsquanten sogar zur Energieversorgung beitragen kann.

Eigentlich ist die Idee schon eine gewisse Zeit alt. Schon kurz nach dem die Atomkatastrophe in Tschernobyl passiert war, tauchten in Elektronik-Bastelzeitschriften Bauanleitung für Geigerzähler auf. Schon damals waren Anleitungen dabei, die statt des sonst üblichen Geiger-Müller Zählrohrs eine Photodiode als Detektor benutzten. Dass das geht, liegt schlichtweg daran, dass fast bei jedem radioaktiven Zerfall auch Gammastrahlung entsteht, eine elektromagnetische Strahlung, die noch viel besser als das sichtbare Licht in einem Halbleiter Ladungsträger generieren kann. Dazu braucht man dann auch viel weniger Strahlungsquanten als beim sichtbaren Licht, es reichen einzelne, wenn man das Signal genug verstärkt. Aber genau in der Verstärkung liegt die Herausforderung. Und deswegen war auch lange Zeit das Geiger-Müller Zählrohr der Detektor der Wahl.

Aber das hat sich geändert dank der modernen Elektronik. Der Boom der Händies und des Internet ist wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass es heute billige hochintegrierte Verstärker gibt, welche in einem wenige mm großen Mikrochip die nur wenige Nanoampere starke und Mikrosekunden andauernden Signale so zu verstärken, dass der berühmte hörbare Knacks daraus entsteht. Im Prinzip ist es die gleiche Herausforderung wie aus einem transatlantischen Glasfaser-Kabel auf  der Empfängerseite noch die Bit von der Sendeseite zu erkennen.

Dass das heute mit einfachen und billigen Mitteln geht ist auch ein Graus für alle die, welche die Gefahren der technischen Radioaktivität vor der Bevölkerung verstecken wollen. Damit können nämlich nun auch normale Leute aus der Bevölkerung mit wenig Geld sofort sehen was Sache ist. Denn es gibt kaum eine bessere Nachweismethode für kleinste Verunreinigungen mit Radionukliden, die man nicht mit einem so gestrickten Halbleiterdetektor nachweisen kann. In der Biologie und Medizin wird das schon lange benutzt um Moleküle und Zellen radioaktiv zu markieren und zu verfolgen – mit einem „Tracer“ wie es so schön in der Fachsprache heißt. Das Equipment zum Nachweis kostete bisher  allerdings Tausende, wenn nicht gar Millionen von Euros. Aber mit den neuen Halbleitern ist dieser Spuk nun glücklicherweise vorbei. Mit der richtigen Photodiode und dem richtigen Verstärker kann heute auch ein Gymnasiast von seinem Taschengeld ein Gerätchen zusammenbasteln, mit dem man relativ einfach Uran in kleinsten Mengen, wie es auch in der Natur vorkommt, nachweisen kann.

Die Frage ist nur, woher hat der Gymnasiast das Wissen wenn es ihm in der Schule (mit G8) keiner mehr sagt? Wieder müssen wir sagen: Glücklicherweise gibt es das Internet. Ironischerweise wurde das Internet vom amerikanischen Militär erfunden (Defense Advanced Research Projects Agency, DARPA). Aber es braucht auch den Opensource Gedanken, sonst gäbe nämlich auch kein Wikipedia oder Open Street Map.

Zumindest ist die Opengeiger Webseite und die Erklärungen zum Stuttgarter Geigerle ein Versuch, der Jugend die Chance zu geben, sich durch Wissen und durch eigene Versuche von gewissen Machteinflüssen aus der Industrie und Politik zu lösen. Und es wäre ein etwas sinnvollerer Freizeitspaß als Facebook, Ballerspiele und Komasaufen. Für Lehrer und andere engagierte Erwachsene könnte das auch eine Gelegenheit sein mit dazu beizutragen. Denn vielleicht liegt es ja nur daran, dass wir uns keine Zeit mehr für die Jugend nehmen.

Ein andere Aspekt zum Stuttgarter Geigerle ist auch die Erkenntnis aus dem Safecast Projekt, welches nach der Fukushima Katastrophe entstanden ist, dass das dezentrale geo-referenzierte Erfassen von Dosisraten durch viele Mitglieder einer offenen Community eine äußerst schwierige Angelegenheit ist. Das liegt mit daran, dass jedes Gerät was anderes misst und die meisten Gerätehersteller das Innenleben und die genaue Funktion, die zur Beurteilung nötig wären nicht offenlegen. Ein Referenzgerät, dessen Innenleben proprietär ist, macht keinen Sinn. Deswegen soll mit dem Stuttgarter Geigerle auch gezeigt werden, dass man eine kostengünstige Referenz eher dadurch schaffen kann, dass man die Elektronik und die Theorie dahinter offenlegt. Das ermöglicht der Community nicht nur die korrekte Bewertung sondern auch die viel einfachere Möglichkeit das Referenzdesign zu optimieren.

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