Samstag, 27. April 2013

Initiative zur Reduktion von Uran in Düngemitteln


167 Tonnen Uran werden Jahr für Jahr mit dem Dünger auf die Felder gekippt, so schätzt das Umweltbundesamt. Hintergrund ist, dass vor allem die Rohphosphate aus den Schwellenländern Afrikas viel natürliches Uran enthalten. Da sie aber billiger sind als uranarme Phosphaterze aus Russland beispielsweise, werden sie von den Düngemittelherstellern bevorzugt. Die Bundesregierung tut sich schwer damit, vermutlich gibt es auch eine gute Lobby. Aber nachhaltig kann man so eine Landwirtschaft wirklich nicht nennen, Frau Aigner. Denn das Uran akkumuliert sich im Boden Jahr für Jahr und irgendwann ist der Boden so kontaminiert, dass er nicht mehr nutzbar und das Grundwasser ungenießbar ist. Aber unsere Enkel haben ja erst das Nachsehen, daher kann man sich mit einem Grenzwert fürs Uran ja noch etwas Zeit lassen. Also weitermachen. Oder doch nicht?

Die gute Nachricht aber ist, jeder kann sein Düngemittel selbst testen und entscheiden ob er nicht doch ein uranärmeres nimmt. Das gilt natürlich auch für die Hobbygärtner. Einen Geigerzähler braucht man dazu auch nicht, man kann sich einfach an das halten was das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt: Radon-Messdosen, die auch für einfache Messungen in Wohnräumen genutzt werden.

Mehr dazu unter:
http://www.opengeiger.de/DuengerRadonTest.pdf

Freitag, 5. April 2013

Thema: Geiger-Caching


In jeder gute Firma übt die Gebäuderäuming im Brandfall wenigstens einmal im Jahr mit allen Beschäftigten, selbst wenn es noch nie einen Brandfall gab. Aber ein Brand ist deswegen ein beachtliches Risiko, weil der Schaden hoch sein kann, wenn auch die Wahrscheinlichkeit gering ist. Risiken dieser Art  gibt es viele, die Kontamination der Umwelt mit radioaktiven Substanzen ist eines davon. Für den Schaden, den die Bevölkerung in dem Fall nähme, ist sehr entscheidend, wie schnell man Kontaminationen erkennen und bewerten kann. Die Frage ist nur, wer übt denn für diesen Fall? Wo kann man überhaupt üben? Wie kann man ermitteln, ob sich Menschen an einem Ort nach einem Nuklear-Unfall oder einer nuklearen Katastrophe noch aufhalten können? Wie funktioniert ein Strahlungsmessgerät, das man in diesem Notfall nutzen könnte? Wie viele Leute wissen  das schon?

Hinter dem, was zunächst wie ein Spaß aussieht, steckt bitterer Ernst: Das Aufspüren von existierender Radioaktivität in der Praxis. Oft sind es historische Plätze an denen füher mit radioaktivem Material umgegeangen wurde und die von ehemaligen Betreibern einfach so zurückgelassen wurden („sog. Lost Places“). An diesen Plätzen kann man üben. Die Rückstände der historischen Hinterlassenschaften lassen sich nämlich kaum vollständig aus der Natur entfernen, selbst mit viel Sanierungsaufwand nicht. Manchmal sind es auch natürliche Vorkommen von Radionukliden, die vor geraumer Zeit entdeckt wurden. Oft liegt in der Zwischenzeit ein Mantel des Schweigens und des Vergessens darüber. Das gibt der Sache natürlich  auch einen gewissen „Thrill“. Dennoch wäre es neben dem Üben auch wichtig, die Mitmenschen auf die Gefahren solcher vergessenen Stellen aufmerksam zu machen und daran zu erinnern, dass dort eine unsichtbare Gefahr lauert.

Nun gibt es ja bereits ein High Tech Spiel, das „Geocaching“, bei dem man mit viel Elektronik in der Natur verborgene Schätze sucht. In Anlehnung daran kann man nun ein „Geiger-Caching“ definieren, eine Art Schatzsuche mit dem Geigerzähler. Allerdings wäre ein Hintergedanke dabei, der etwas mit dem Zivilschutz zu tun hätte. Aber die Sache ist mindestens so spanned, wie dieses etwas in die Jahre gekommene Spiel mit einem GPS-Gerät, ...


Mehr dazu unter:

Auch der Marktplatz von Stuttgart strahlt merklich ...


Stuttgart hat an Sehenswürdigkeiten ja einiges zu bieten. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Programm „Stuttgart-Unterirdisch“, bei dem der interessierte Stadtbürger oder Tourist in alte Bunkeranlagen, den Hauptabwasserkanal, die Katakomben unter dem Pragfriedhof oder in tiefe Weinkeller geführt wird. Das hat etwas Geheimnisvolles, da man diese Örtlichkeiten im Alltag nicht erkennen kann. Nicht minder geheimnisvoll wäre ein Stadtrundgang „Stuttgart-Radioaktiv“. Dass die Königstrasse ein wenig strahlt könnte der Bürger im Herbst 2012 in der Zeitung lesen, jetzt kommt noch der Marktplatz direkt vor dem Amtssitz des grünen Stuttgarter Bürgermeisters Fritz Kuhn dazu. Der dunkel erscheinende Innenbereich des Marktplatzes ist mit stahlenden Schlackensteinen gepflastert, die einen Geigerzähler fast noch besser ticken lassen als der Flossenbürger Granit auf der Königstrasse. Sehen kann man das im Alltag nicht. Während so einem Rundgang mit dem Geigerzähler könnte der interessierte Bürger oder Tourist also einigers über NORM-Rückstände („Naturally Occurring Radioactive Materials") historische radioaktive Baustoffe und die Richtwerte der EU erfahren und erleben. Der Tour Guide könnte erklären, warum man diese Materialien im eigenen Wohnraum besser nicht verwenden sollte. Nach dem Besuch der Königstrasse und des Marktplatzes könnte man auf dem Karlsplatz demonstrieren, dass es auch dekorative Granite gibt, die strahlungsarm sind, weil sie weniger Uran enthalten als der Flossenbürger Granit oder Mansfelder Kupferschlacke und auf der Wiese vor dem Eckensee schließlich könnte man die wahre Nullrate der Landeshauptsstadt ermitteln auch wenn das Leben dort noch so sehr pulsiert. Stuttgart hat also einen radioaktiven Fingerabdruck, der sich sicher von dem der Stadt München oder Berlin unterscheidet. Wäre das nicht mal etwas für eine Rateshow im Fersehen?

Siehe auch: