Stuttgart hat an
Sehenswürdigkeiten ja einiges zu bieten. Besonderer Beliebtheit erfreut sich
das Programm „Stuttgart-Unterirdisch“, bei dem der interessierte Stadtbürger
oder Tourist in alte Bunkeranlagen, den Hauptabwasserkanal, die Katakomben unter
dem Pragfriedhof oder in tiefe Weinkeller geführt wird. Das hat etwas
Geheimnisvolles, da man diese Örtlichkeiten im Alltag nicht erkennen kann.
Nicht minder geheimnisvoll wäre ein Stadtrundgang „Stuttgart-Radioaktiv“. Dass
die Königstrasse ein wenig strahlt könnte der Bürger im Herbst 2012 in der
Zeitung lesen, jetzt kommt noch der Marktplatz direkt vor dem Amtssitz des grünen
Stuttgarter Bürgermeisters Fritz Kuhn dazu. Der dunkel erscheinende
Innenbereich des Marktplatzes ist mit stahlenden Schlackensteinen gepflastert,
die einen Geigerzähler fast noch besser ticken lassen als der Flossenbürger
Granit auf der Königstrasse. Sehen kann man das im Alltag nicht. Während so einem Rundgang mit dem Geigerzähler könnte der interessierte
Bürger oder Tourist also einigers über NORM-Rückstände („Naturally Occurring
Radioactive Materials") historische radioaktive Baustoffe und die
Richtwerte der EU erfahren und erleben. Der Tour Guide könnte erklären, warum man diese Materialien im eigenen Wohnraum besser
nicht verwenden sollte. Nach dem Besuch der Königstrasse und des Marktplatzes könnte man auf dem Karlsplatz demonstrieren, dass es
auch dekorative Granite gibt, die strahlungsarm sind, weil sie weniger Uran enthalten
als der Flossenbürger Granit oder Mansfelder Kupferschlacke und auf der Wiese vor dem Eckensee schließlich könnte man die
wahre Nullrate der Landeshauptsstadt ermitteln auch wenn das Leben dort noch so sehr pulsiert. Stuttgart hat also einen radioaktiven Fingerabdruck,
der sich sicher von dem der Stadt München oder Berlin unterscheidet. Wäre das nicht mal etwas für eine
Rateshow im Fersehen?
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