Dienstag, 5. März 2013

Thema: Uranhaltige Düngemittel


Als der NDR vor zwei Jahren in seiner Sendung zeigte, wie viel Uran in Gartendüngern enthalten ist, gab es einen Aufschrei in der Öffentlichkeit mit der Folge, dass einige Ämter plötzlich emsig begannen ebenfalls etliche Düngemittel zu vermessen. Allerdings ist das Thema schon lange bekannt und die Landwirte kippen diesen phosphathaltigen Dünger in allen Ländern der Erde in Tonnen auf die Felder. Was auch schon bekannt war, ist die Tatsache, dass das Trinkwasser in solchen Gebieten wo stark mit Phosphatdüngern gedüngt wird, zunehmend mit Uran kontaminiert ist, weil das Rohphosphat aus dem der Dünger hergestellt wird, uranhaltig ist. Das Thema der selbst angebauten Schrebergartentomaten waren also wirklich nötig, damit das Ganze überhaupt beachtet wurde. Wahrscheinlich war hier der Stolz des Hobbygärtners über die urgesunden Eigenprodukte so getroffen, dass auch genügend Energie in der Gesellschaft frei wurde, um der Sache nachzugehen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass das BfS und BfR bereits 2007 schon Entwarnung geblasen hatten, was den radioaktiven Dünger anbelangte. Ein besonderes Problem sahen diese Bundesbehörden nämlich nicht, da der Transfer in die Nutzpflanzen zu gering sei. Anders aber sah es die Tabakindustrie. Die machte sich nämlich plötzlich mächtig Sorgen und untersuchte den Transfer in die Pflanzen weiter. Es war schon länger klar, dass die Tabakpflanze eine besondere Anatomie hat und besonders gut die Zerfallsprodukte des Uran in den Blättern einlagert. Mit der Folge, dass der Kunde vor allem das Polonium-210 im Rauch einatmet, das dann in der Lunge deponiert wird und dort so vor sich hinstrahlt. Nachdem nun die Tabakbauern entdeckt hatten, dass die Tabakernte besonders gut ausfällt, wenn man gut düngt, merkten die von der Tabakindustrie beauftragen Labors, dass auch das Polonium-210 im Tabakrauch enorm zunahm. Nur erkannte man die Brisanz des Problems gleich und versuchte die Erkenntnisse geheim zu halten um die Kunden (Werbung: „Ich rauche gern“) bei Laune zu halten. In der Zwischenzeit ist diese Forschung der Tabakindustrie aber auch im Internet angekommen. Nur hat sich die EU noch nicht dazu entschlossen den Aufdruck „Der Rauch dieser Zigarette ist radioaktiv“ als Warnung aufdrucken zu lassen. Warum auch, denn der gedüngte Roggen ist es ja auch. In den Uran-Bergbaugebieten der ehemaligen DDR versuchen die Forscher sogar mit Roggen den kontaminierten Boden zu sanieren, denn die Roggen-Pflanze scheint das Uran auch gut aufzunehmen. Phyto-Sanierung nennt man das neuerdings. Den Roggen müsste man danach als radioaktiven Sondermüll entsorgen, sonst wäre ja wieder nichts gewonnen. Aber man fragt sich natürlich, warum dürfen die Düngemittelhersteller dann ganz ohne Kennzeichnungspflicht und Grenzwerte das Uran im Phosphat belassen und das radioaktive Zeug mit satten Profiten an die ahnungslosen Landwirte verkaufen? Man kann wirklich dem kalten Krieg in diesem Fall nur nachtrauern. Denn damals hatten die Amerikaner und einige andere uranhungrige Staaten ihr Waffen-Uran sogar aus Rohphosphaten gewonnen, obwohl der Gehalt gemessen an anderen Vorkommen eher gering ist. Also Anlagen und Verfahren zur Uranabscheidung hätte man daher schon. Nun ja, vielleicht steigt der Uran Preis auch wieder, spätestens wenn dann China mal ordentlich Energie aus Kernkraft erzeugt oder vielleicht sogar atomar aufrüstet. Die Militärs sollten also ein Auge auf der Radioaktivität von chinesischem Rohphosphat behalten. Das könnte einiges über die militärischen Pläne verraten. Der Dünger wäre dann womöglich wieder deutlich uranärmer und damit auch das Getreide. Aber ob das ein Vorteil ist? Eher nicht, denn es ist auch schon mal ein B52 Bomber in dem kleinen Örtchen Palomares in Spanien vom Himmel gefallen, der Atomwaffen an Bord hatte und chinesische Bomber sind sicher nicht zuverlässiger. In zwei der Bomben detonierte der konventionelle Sprengstoff und verstreute das radioaktive Material auf den Feldern. Daher ist es vielleicht doch einfacher, und für die Bevölkerung ungefährlicher, wenn die Bauern das Uran aus dem Phosphat gleich mit dem Traktor in Form von Dünger auf dem Acker verteilen. Denn was passiert wäre, wenn nicht nur der konventionelle Sprengstoff explodiert wäre, das will heut besser keiner mehr wissen. Na und was den Tabak anbelangt, kann man ja einfach sagen: "Sterben muss man sowieso, doch schneller geht’s mit Marlboro". Der radioaktive Dünger bremst also die Überalterung der Gesellschaft über die Tabaksucht, und die Krankenkassen haben eh zuviel Geld, wie man den Medien entnehmen kann, können die Pflege der daran Erkrankten daher gut finanzieren. Also, wozu die ganze Aufregung? Oder ist die Überlegung vielleicht doch nicht so ganz richtig?

Aber immerhin ist der Aufwand, das Uran im Dünger nachzuweisen doch nicht so sehr hoch, wenn man mal verstanden hat, dass der Dünger im Laufe des Uran-Zerfalls auch kräftig das radioaktive Edelgas Radon ausgasen läßt. Dann muss man sich eben nur ein paar Tage Zeit geben und schon weiß man welches ein uranarmer und welches ein uranhaltiger Dünger ist. Und dann kann man sich entscheiden ob man mit ein paar gut gedüngten Tomaten für den nächsten GAU trainieren will oder lieber das Weichei spielt, das jedem zusätzlichen Strahlungsquant aus dem Schrebergarten am besten aus dem Weg geht, so nach der Devise, mit dem Trinkwasser bekommt man ja eh schon genug.


Mehr dazu: http://www.opengeiger.de Stichwort Radon

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